Anti-Bundeswehr-Aktionen in Joachimsthal und Bernau (Barnim)

(Inforiot) – Der Landkreis Barnim ist gegen die Bundeswehr aktiv: Am Donnerstag protestierten Antimilitarist_innen in Joachimsthal gegen das öffentliche Gelöbnis der Bundeswehr. In Bernau organisierten Antimillitarist_innen deswegen am Freitag einen Informationstisch. Der Protest richtet sich gegen die Präsenz der Bundeswehr auf der jährlichen Ausbildungs- und Studienbörse am Bernauer Paulus Praetorius Gymnasium.

Joachimsthal, Donnerstag:

Auf dem Joachimsplatz in Joachimsthal fand am vergangenen Donnerstag, den 14. Mai, die Vereidigung der neuen Bundeswehr-Rekruten aus Prenzlau (Landkreis Uckermark) statt. Anschließend gingen die Rekruten in das Rathaus wo der Kommandeur des Fernmeldebataillons 610 zu einer sicherheitspolitischen Veranstaltung lud. Zuvor gab es in der evangelischen Kirche einen Gottesdienst anlässlich des Gelöbnisses.

Nicht nur die Anwesenheit der Bundeswehr-Rekruten stoß auf Ablehnung der Antimilitarist_innen, auch der Gottesdienst war Grund für den Protest. Deshalb riefen kritische Stimmen der evangelischen Jugendarbeit zu einer friedlichen Kundgebung gegenüber der Kirche auf. In der Ankündigung hieß es: „Wir lehnen Gottesdienste im Zusammenhang mit militärischen Zeremonien ab, ebenso die scheinbare Alternativlosigkeit der Bundeswehr, ihre angebliche Selbstverständlichkeit, ihre dauerhafte Notwendigkeit, ihre Darstellung als guter, sicherer Arbeitgeber.“

In Sichtweite des Gelöbisses hing ein Transparent mit der Aufschrift „Wie passt kirchliche ‚Schützenhilfe‘ zum Gebot ‚Du sollst nicht töten‘?“ und „Konflikt-‘lösung‘ durch Militär? Noch mehr Mittel, noch mehr Werbung für die Bundeswehr? NICHT MIT UNS!“. Daneben wurden Infoflyer und Broschüren unter der Prämisse“Bundeswehr abschaffen!“ verteilt. Der Song „Say No“ von Udo Lindenberg sollte den Proetest gegen die Bundeswehrrekruten untermalen.

Bernau, Freitag:

Als sicherer Arbeitgeber will auch die Bundeswehr in Bernau auftreten und das schon seit mehreren Jahren. Auf der Ausbildungs- und Studienbörse am Paulus-Praetorius Gymnasium präsentierte sie sich in der Vergangenheit erst mit eigenem Panzer, später „nur noch“ mit einem Informations-Truck auf dem Schulhof. In diesem Jahr zog sich die Bundeswehr, geschützt durch mehrere Feldjäger und ein enormes Polizeiaufgebaut, in einen abgelegenen Raum in der Schule zurück. Der Prost der vergangen Jahren hatte seine Wirkung also nicht verfehlt.

An einem Informationsstand vor der Schule verteilten Antimilitarist_innen Flyer wie „Werben fürs Sterben“ und forderten „Bundewehr raus aus den Schulen“ und „Bundeswehr wegtreten“.