Karriere bei der Bundeswehr? Ein todsicherer Job!

Ein Text zu Anti-Bundeswehrprotesten in Bernau

Quelle: Rosen auf den Weg gestreut, 19.03.2009

„Als attraktiver Arbeitgeber bietet die Bundeswehr ein vielfältiges Angebot an Karriere- und Berufschancen in allen Bereichen und Laufbahnen.“ So wirbt die Bundeswehr auf ihrer Internetseite. Aber nicht nur im WorldWideWeb auch im real-life nutzt die Bundeswehr viele Möglichkeiten, z.b. bei Messen, Jobbörsen, Informationsveranstaltung und Exkursionen mit Schulklassen, um Arbeits- und Ausbildungssuchende zu rekrutieren. Erfolg haben sie besonders bei jenen die wie viele auf Grund fehlender Stellen und prekären Arbeitsverhältnis perspektivlos auf dem Arbeitsmarktumher irren und keine Job finden.

Bei Risiken und Nebenwirkungen …

Was die Bundeswehr den interessierten Schüler_innen dabei gern verschweigt: Wer sich bei der Bundeswehr ausbilden lässt, lässt sich zum Töten auf Befehl ausbilden! Ausbildung oder Studium, und dabei noch viel Geld verdienen, zählen dabei mehr als das eigene Leben. Fälle von Erniedrigung, Misshandlungen und Psychoterror wie im Frühjahr des vergangenen Jahres, bei dem mehrere Soldat_innen bzw. Offizier_innen der Bundeswehr wegen Gewaltanwendung und Folter verurteilt wurden, sind mehr die Regel als die Ausnahme.

Protest gegen die Bundeswehr in Bernau

Seit mehreren Jahren ist die Bundeswehr auch an der Bernauer Ausbildungs- und Studienbörse vertreten. Als vermeintlich „normaler Arbeitgeber“ präsentiert sich die Bundeswehr neben Universitäten, Unternehmen mit kaufmännischen und technischen Berufen, Banken und vielen anderen. In ihrem Truck mit dem großen Eisernen Kreuz (bis 2003 sogar mit Panzer) auf dem Schulhof ködern sie Schüler_innen mitmilitärischen und zivilen Karrierechancen.

Wie auch die Jahre zuvor sorgte die Anwesenheit der Bundeswehr zu Protesten. Mit Transparenten und Flyern wurde „Bundeswehr raus aus den Schulen“, Ausbildungs- und Studienplätze fern von Militarismus und Zwangsdienstgefordert und zur Verweigerung des Wehrdienstes aufgerufen. Doch der friedliche Protest stieß auf wenig Befürwortung seitens des Schulleitersund der anderen Organisator_innen und so wurde der Protest durch diePolizei unter Feststellung von Personalien, der In-Gewahrsamnahme einzelner Demonstranten_innen und dem Aussprechen von Platzverweisen, aufgelöst. Auf Grund ihres antimilitaristischen Protestes stehen nunmehrere Demonstrant_innen vor Gericht wegen Verstoß gegen dasVersammlungsgesetzes.

Aufruf zum erneuten Protest am 15. Mai in Bernau

Am Freitag, den 15. Mai diesen Jahres findet die Bernauer Ausbildungs- und Studienbörse erneut am Paulus-Praetorius Gymnasiums (Lohmühlenstraße 26, Bernau bei Berlin) statt. Natürlich ist auch die Bundeswehr mit dabei. Deshalb lasst uns an diesem Tag gemeinsam gegen die Bundeswehr protestieren!

Der Prozess, der für den 27. März 2009 am Amtsgericht Zehdenick geplant war, wurde abgesagt und auf unbestimmte Zeit vertagt. Genaue Infos folgen. […]